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Debatte über Nachfolge von Horst Köhler

adler_01Diese Woche wurde in Berlin nicht nur über das Sparpaket diskutiert, sondern auch über die Nachfolge vom zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler. Ihm wurde unterstellt, den Einsatz in Afghanistan mit Wirtschaftsinteressen zu legitimieren und Schlimmeres. Dies alles waren Reaktionen auf ein Interview, in dem er die Verantwortung und Abhängigkeit Deutschlands von internationalen Konflikten erklärte. Ich empfehle jedem, es unter http://www.dradio.de/aktuell/1191138/  einmal nachzulesen.
Jürgen Trittin warf ihm beispielsweise vor: „Wir brauchen weder Kanonenbootspolitik noch eine lose rhetorisch Deckskanone an der Spitze des Staates.“ Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion unterstellte Köhler gar Verfassungsbruch: „Das Grundgesetz erlaubt keine Wirtschaftskriege.“ Ich finde es erschreckend, wie mit einem so hohen, angesehenen und integeren Mann umgegangen wird, indem man wissentlich seine Aussagen entstellt in der Hoffnung, billig zu punkten. Ich hoffe, dass sich die Betroffenen für ihre Aussagen schämen.


Bei all diesem Wirbel wunderte es mich nicht, dass über den Rücktritt von Horst Köhler und seine Nachfolge viel spekuliert wird. Von jeder Besuchergruppe, die ich in den letzten Tagen empfangen habe, wurde ich darauf angesprochen und wurde gefragt, was ich vom Oppositions-kandidaten Joachim Gauck halten würde. Meine Antworten glichen manchmal einem rhetorischem Spagat: Auf der einen Seite schätze und achte ich seine Lebensleistung, seine Reden über den Wert der Freiheit und seinen Beitrag zur Aufklärung der Stasiverbrechen. Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum er sich jetzt im Alter von 70 Jahren von der Opposition instrumentalisieren lässt – wo er doch 1999 das Angebot der CSU, schon damals für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren, abgelehnt hat. Über seine Motive – damals wie heute - möchte ich nicht spekulieren, doch ich finde seine Entscheidung im Ergebnis bedauerlich.

 

Koalition muss sich zusammenreißen


Wenn ich eben der Opposition ihr unverschämten und respektlosen Aussagen gegenüber Horst Köhler ankreidete, dann muss ich aber auch sagen, dass wir selbst manchmal nicht viel besser sind: Vertreter von CDU, CSU und FDP beschimpfen sich mit Begriffen wie „Gurkentruppe“, „Wildsau“ oder „Rumpelstilzchen“. Das ist in Zeiten von Euro-Rettung, Sparpaket und Bundespräsidentenwahl nicht gerade hilfreich. Alle Akteure müssen begreifen, dass die Aufgaben, vor denen wir stehen, zu wichtig und zu groß sind, um solche Rhetorik und solche taktischen Spiele an den Tag zu legen. Das muss aufhören und wir müssen vor unserer eigenen Haustür damit anfangen.

 
 
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ZITAT:

Donella und Dennis L. Meadows in: Die Grenzen des Wachstums, 1972

"Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht. "

 

KOCHBUCH: MEINE HEIMAT, MEINE REZEPTE

 

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