Leider gerieten im Untersuchungsausschuss die Vorgänge im Verteidigungsministerium im Anschluss an die Luftschläge in den Hintergrund. Kurz vor Sitzungsbeginn wurde vom Magazin Spiegel eine Email des BND ans Bundeskanzleramt veröffentlicht, in der die Rede von möglichen zivilen Opfern war. Diese Email war als unverbindliche und unbestätigte Information gedacht – und genauso wertete Bundeskanzlerin Angela Merkel sie auch. Sie schloss niemals die Möglichkeit von zivilen Opfern aus und wollte erst den Abschluss der offiziellen ISAF-Ermittlungen abwarten. Genau das ist es, was ich von einer seriösen und verantwortungsbewussten Kanzlerin erwarte und ich finde es traurig, dass die Opposition versucht, aus einfachsten Sachverhalten große Aufregung zu machen.
Bis heute wissen wir nicht genau, wie viele zivile Opfer es gegeben hat, aber der Opposition geht es nur darum, irgendetwas zu finden, was gegen Verteidigungsminister zu Guttenberg oder Bundeskanzlerin Merkel verwendet werden kann. Wenn die Anzahl von Rücktritten die einzige Größe ist, die für die Opposition im Untersuchungsausschuss eine Rolle spielt, dann hoffe ich, dass mit der Befragung von Minister zu Guttenberg nach Ostern der Untersuchungsausschuss bald ein Ende findet. Aufklärung in der Sache scheint ja nicht zu interessieren – und für alles andere sollte uns unsere Zeit zu schade sein. Wir haben in Deutschland größere Probleme, die wir lösen sollten!